Pädagogisches Konzept

Selbständigkeit
Die Schüler werden dazu angehalten, ruhig und konzentriert selbständig zu arbeiten. Der Lehrer hilft da, wo ein Schüler nicht weiterkommt. Außerdem ist der Lehrer bemüht, Schwachpunkte der Schüler zu erkennen und zu beheben. Der Lehrer ist pädagogisch und didaktisch herausgefordert, jeden Schüler individuell zu fördern und den jeweiligen Schwächen mit geeigneten Lernmethoden zu begegnen. Grundvoraussetzung für den Erfolg ist, dass der Schüler selber den Willen hat, sich zu verbessern. Diese "Eigenmotivation" gilt es zu stärken.


Sukzessives Lernen

Im Gegensatz zur Schule ist in kleinen Gruppen die Methode des sog. sukzessiven Lernens möglich. Dabei wird dem Schüler zur Korrektur z.B. der Hausaufgabe nicht einfach die korrekte Lösung präsentiert, sondern er wird schrittweise an die Lösung herangeführt und erarbeitet sich diese nahezu selbständig.


1. Beispiel:

Ein Schüler schreibt ein Diktat. Der Lehrer streicht jetzt nicht einfach die Fehler an, sondern er markiert im ersten Schritt nur die Zeilen, in denen sich Rechtschreibfehler befinden. Der Schüler konzentriert sich jetzt auf diese Zeilen und versucht herauszufinden, wo er Fehler gemacht hat. Hat der Schüler noch nicht alle Fehler gefunden, so folgt der zweite Schritt. Der Lehrer gibt zu den fehlerhaften Zeilen Hilfestellung in Form von Rechtschreibregeln, wie z.B. Konsonantenverdoppelung nach kurzem Vokal oder stummes h nach langem Vokal. Wörter, die der Schüler im zweiten Schritt noch nicht selbständig verbessern konnte, benötigen noch einen dritten Schritt. Hier streicht der Lehrer direkt die fehlerhaften Wörter an, verbessert sie aber noch nicht. Jetzt ist wieder der Schüler gefordert, die Fehler doch noch selber zu erkennen. Sind jetzt immer noch nicht alle Fehler beseitigt, so kann der Lehrer im vierten Schritt noch einmal zu den einzelnen Wörtern Hilfestellung geben. Nur bei den Wörtern, bei denen der Schüler immer noch nicht weiterkommt, nennt der Lehrer die Lösung direkt und erklärt dem Schüler ggf. die entsprechenden Regeln. Diese können dann durch Diktat einzelner Wörter noch einmal geübt werden.


2. Beispiel

Ein Schüler löst eine Reihe von Additionsaufgaben von Brüchen. Im ersten Schritt streicht der Lehrer nur die falsch gelösten Aufgaben an, verrät aber nicht, wo der Fehler liegt. Der Schüler soll diesen möglichst selber entdecken. Zu Aufgaben, bei denen der Schüler den Fehler nicht korrigieren konnte, gibt der Lehrer im zweiten Schritt eine kleine Hilfestellung, z.B. "Schau dir mal den Nenner an!" oder "Hast Du die Brüche wirklich korrekt erweitert". Zu den immer noch nicht korrekt gelösten Aufgaben gibt der Lehrer im dritten Schritt konkrete Hilfestellung.


Für solch eine Vorgehensweise sind Kleingruppen geradezu prädestiniert, da der Schüler den Lehrer nicht ständig benötigt, sondern in jedem Lernschritt selbständig arbeitet. So kann der Lehrer sich dem nächsten Schüler zuwenden, um mit diesem den nächsten Schritt zu besprechen.


Freude und Motivation

Die Schüler sollen mit Freude lernen, was u.a. durch anschaulichen Unterricht, interessante Aufgabenstellungen und spielerische Elemente erreicht wird. Wenn die Fragestellungen aus dem Leben gegriffen sind und die Interessengebiete des Schülers miteinbeziehen, dann wird sich eine erhöhte Lernbereitschaft ganz natürlich einstellen. Es gibt viele Gesellschaftsspiele mit Lerneffekt, z.B. Trio und Zahlenjux für die Grundrechenarten, Scrabble und Wortfix für Wörter und Rechtschreibung u.v.a.


Man hat herausgefunden, dass Lernen unter Angst kontraproduktiv ist, die Kreativität wird ausgelöscht, d.h. das Gelernte kann nicht umgesetzt werden. Nur das, was man entspannt und mit Freude lernt, kann auch kreativ und produktiv auf die jeweilige Aufgabenstellung angewandt werden. Das sog. Lustzentrum unseres Gehirns ist eigentlich das Lernzentrum! (Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer)


Werte

Das pädagogische Konzept hat das christliche Gottes- und Menschenbild zur Grundlage. Christliche Werte, wie gegenseitige Annahme, Rücksichtnahme, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Verantwortung, sind wichtige Bestandteile des gemeinsamen Lernens in einer Gruppe. Die Kinder erfahren einerseits Annahme und Vertrauen - auch in ihre eigenen Fähigkeiten - und werden so andererseits wiederum selbst fähig, ihre soziale Verantwortung anderen gegenüber wahrzunehmen.
 

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Zuletzt aktualisiert am 27.06.2019